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Digitalisierung

Schritt für Schritt

Um den Produktionsablauf nicht zu gefährden, hat die Westdeutsche Dochtfabrik GmbH & Co. KG (Wedo) in Nettetal-Kaldenkirchen ihr neues ERP-System (elektronisches Warenwirtschaftssystem) genau geplant und die verschiedenen Module nach und nach eingeführt.

Die Westdeutsche Dochtfabrik GmbH & Co. KG produziert seit 1954 Dochte für Kerzen und vertreibt über 500 verschiedene Dochttypen in über 100 Länder weltweit. Am Standort in Nettetal­-Kaldenkirchen sind 120 Mitarbeiter im Drei-­Schicht­-Betrieb beschäftigt. Rund 450 Tonnen Dochte werden pro Jahr produziert. Am zweiten Produktionsstandort in Zabrze (Polen) sind 25 Mitarbeiter tätig. Zweites Standbein des Unternehmens sind technische Geflechte, beispielsweise für die Elektro­ und Medizintechnik, die Automobilindustrie, die Luft­ und Raumfahrt sowie die Textiltechnik. Geschäftsführer sind Helmut Gutberlet, der Anfang 2019 ins Unternehmen eintrat, Bruno Iversen und Dr. Michael Matthäi.

Unermüdlich rattern die Flechtmaschinen in den Produktionshallen des Kaldenkirchener Dochtherstellers Westdeutsche Dochtfabrik GmbH & Co. KG (Wedo). Rund um die Uhr. Müssen sie auch, denn die Herstellung eines Kerzendochtes ist ein zeitaufwendiger Prozess. Mitunter dauert es Wochen, bis eine Fünf­-Kilo­-Spule mit dem geflochtenen Dochtmaterial gefüllt ist. Da wäre es fatal, wenn die Maschinen plötzlich stillstehen. „Als Produktionsbetrieb muss man aufpassen, dass man produktions­- und lieferfähig bleibt“, betont Wedo­-Geschäftsführer Helmut Gutberlet. Die Entscheidung, die Geschäftsprozesse schrittweise zu digitalisieren kam daher nicht von ungefähr: „Schritt für Schritt konnten Fehler deutlich besser beseitigt werden und unsere Mitarbeiter hat­ ten ausreichend Zeit, das neue ERP­System nach und nach kennenzulernen.“

Die digitale Transformation bei Wedo war gut über­ legt. „Man muss genau und vorausschauend planen, sich mit den gesamten Betriebsabläufen auseinandersetzen und im Zweifel lieber mehr Zeit investieren als vorgesehen“, sagt Helmut Gutberlet. „Die Planung bestimmt, wie komfortabel man letztlich mit dem System arbeiten kann.“ Am Anfang der Planung stand die Bedarfsermittlung. „Unser Wunsch war zunächst, alles digital genau so abzubilden, wie es vorher war“, so Helmut Gutberlet. „Allerdings bietet eine solche Umstellung eine gute Gelegenheit, über eine Veränderung mancher Prozesse nachzudenken.“ Beratung und Unterstützung fand Wedo bei externen IT­Spezialisten, die das ERP­System an besondere Anforderungen des Unternehmens anpassten. Intern steht der IT­Beauftragte – ein junger Mitarbeiter, der im Rahmen seines dualen Studiums bei Wedo beschäftigt ist – als Kontaktperson für Dienstleister sowie als Ansprechpartner für die Mitarbeiter zur Verfügung.

 

„Für einen Produktionsbetrieb wie unseren ist es wichtig, Digitalisierung schrittweise einzuführen, damit die Produktionsprozesse nicht zum erliegen kommen.“

Helmut Gutberlet, Geschäftsführer Westdeutsche Dochtfabrik GmbH & Co. KG

 

Apropos Mitarbeiter: „Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Digitalisierung ist, dass die Mitarbeiter den gesamten Prozess mittragen und die Umstellung akzeptieren“, betont Helmut Gutberlet. Digitalisierung setze neue Denkweisen voraus, darauf müsse die Belegschaft gezielt vorbereitet werden. „Wir haben versucht, so viele Mitarbeiter einzubeziehen wie möglich.“ Sorgen, wie die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust oder Befürchtungen, mit dem neuen System nicht zurechtzukommen, seien in Meetings zur Sprache gekommen und ausgeräumt worden. Helmut Gutberlet: „Die Mitarbeiter dürfen nicht überfordern werden, das wäre belastend und könnte die Umsetzung der Digitalisierung gefährden. Und wenn die Mitarbeiter ihren Job nicht machen können, wenn etwas stockt, dann hat das gesamte Unternehmen ein Problem.“

Auftragserfassung, Lagerbestandshaltung, Versand und Fakturierung sind mittels ERP­System bei Wedo mittlerweile digitalisiert. In Teilen der Produktion wird bereits digital mit QR­Codes bei der Auftragsabwicklung gearbeitet. Spätestens Anfang 2020 soll die Digitalisierung der gesamten Arbeitsprozesse abgeschlossen sein. Für die Zukunft ist ein digitales Dokumentenmanagement­System geplant und außer­ dem eine digitale Betriebsdatenerfassung (BDE).

 

Förderung

Mithilfe von Digitalisierungs-Gutscheinen aus dem Förderprogramm Mittelstand.innovativ! des Landes NRW wurde der Digitalisierungsprozess der Wedo GmbH mit Fördermitteln in Höhe von 25.000 € gefördert. Der Projektträger Jülich der Forschungszentrum Jülich GmbH führt das Programm im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordhrein-Westfalen (MWIDE) durch. Das Unternehmen wurde von der WFG Kreis Viersen rund um die Förderung beraten und unter anderem bei der Antragstellung unterstützt.

Innovationspartner Niederrhein

Christian von Styp-Rekowski, Projektkoordination
Bismarckstr. 109
41061 Mönchengladbach
02161 241-149
vonStyp@remove-this.mittlerer-niederrhein.ihk.remove-this.de
http://www.mittlerer-niederrhein.ihk.de

Kontakte zum Unternehmen:

Helmut Gutberlet
Geschäftsführer

Westdeutsche Dochtfabrik GmbH & Co. KG
Ravensstraße 46
41334 Nettetal
Tel.: +49 2157 1206-0
www.wedowick.com
info@wedowick.de

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